Montag, 5. November 2018

Rezension zu „Das Meer – HB“

Der alte Fischer und das Meer. Klingt so romantisch. Ist es aber seit langem nicht mehr. Eine richtige Mafia mit Millionenumsatz beherrscht das Meer. Kaum jemand kann noch kontrollieren was auf dem Meer passiert.

In geschützten Regionen wird massenhaft Fisch abgefangen, Müll wird illegal im Meer versenkt, Plastik entsorgt, Menschen versklavt und vieles mehr.

Da bringt es auch nichts, Fichereibeobachter auf den Kähnen zu stationieren. Nicht selten passiert es, dass diese Leute einfach verschwinden. So auch die junge Teresa, die offiziell als Beobachter auf dem Kutter ist, heimlich aber für eine Organisation gegen den Raubbau am Meer arbeitet.

Ragna gehört auch dieser Organisation an. Sie haben großes vor. Keiner soll mehr Fisch essen, damit sich dich Bestände im Meer erholen und dass keine Gelder mehr in diese Mafia fließen können.

Doch nicht nur Ragnas Vater sucht sie, sondern auch die Bosse dieser Mafia sind hinter ihr her.

„Das Meer – HB“ ist ein Ökothriller aus der Feder des Autors Wolfram Fleischbauer.

Das Cover des Hörbuches sagt eigentlich schon alles aus. Genossen habe ich das Hörbuch durch den Sprecher Johannes Steck, der eine hervorragende Arbeit leistete.

Die Story selbst ist mehr als fesselnd. Auch wenn ich ab und an die Geschichte um die Protagonisten als zu viel empfand.

Das Buch zeigt erschreckend den Raubbau des Menschen an der Natur auf. Man macht sich nicht wirklich viele Gedanken, was auf den Meeren passiert. Viele denken auch, es ist ja nur ein Fisch. Ich hätte teilweise echt heulen können bei der Vorstellung, was Menschen alles tun um Geld scheffeln zu können.

Es ist nicht nur der Raubbau an den Fischbeständen. Es ist auch noch die Zerstörung des Meeresbodens und das Zumüllen der Meere.

Da kann man sich fragen, was nutzt es, wenn ich in Deutschland auf die Plastiktüte verzichte, wenn Taiwan und Co ganze Container Ladungen an falsch produzierten Raubkopien an Plastikkram ins Meer kippen? Und ja, ich glaube schon, dass es auch so gemacht wird. Ist billiger, als an Land wieder zu entsorgen.

Das Hörbuch tut in der Seele weh und genau das ist das Gute daran. Man sollte sich immer vor Augen halten, wozu der Mensch fähig ist, wenn es um Macht und Geld geht.

Auch der Rest der Hintergrundgeschichte geht einem an die Nieren. Ob das jetzt diese Fischmafia und ihre Machenschaften sind, die Leute, die wie Sklaven auf den Kuttern gehalten werden oder die Scheinfirmen, die EU Gelder abgreifen.

Trotzdem ist es auch fraglich, ob eine Massenvergiftung das Ganze entschuldigen kann. Es ist schwer, aber man sollte darüber nachdenken.

Ich finde, jeder sollte dieses Buch gelesen oder gehört haben, damit er sich in seiner Gier vielleicht auch mal etwas zurück hält. Damit wir wieder von dieser Wegwerfgesellschaft und dem Konsumwahn etwas Abstand halten können.


5 / 5 Sterne


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