Samstag, 24. Januar 2015

Rezension zu „Achtung Familienfeier“

Eva ist gebürtige Saarländerin, die es jedoch Job mäßig nach Berlin verschlagen hat. Doch in Berlin läuft es gerade nicht sehr gut für sie. So macht es ihr auf der einen Seite nichts aus, zurück ins Saarland zu fahren auf den 80. Geburtstag ihrer Oma. Auf der anderen Seite hat sie ihren Eltern immer noch keinen Freund vorzuführen. Unterwegs im Zug trifft sie auf Sandro. Da dieser recht nett ist und seine Fahrkarte vergessen hat, schließen die beiden einen Pakt. Eva zahlt die Strafe und die Bahnkarte und er fährt mit ihr zum Geburtstag und gibt sich als Eva’s Freund aus. Doch Sandro hat mit allem gerechnet, nur nicht mit Eva’s Familie. Vor allem nicht damit, dass Eva’s Vater ihn direkt in die Haus- und Gartenarbeiten einweiht und er kräftig mithelfen muss. Doch Sandro ist verkannter Schauspieler und hat zwei linke Hände. Kurzentschlossen bohrt er die Wasserleitung an und setzt Oma Käthes Wohnung unter Wasser. So zieht die komplette Geburtstagsgesellschaft bei Eva’s Eltern ein. Doch so viel Verwandtschaft auf so kleinem Raum kann auf keinen Fall gut gehen.

Als gebürtige und eingefleischte Saarländerin musste ich natürlich „Achtung Familienfeier“ unbedingt lesen. Ich freute mich wirklich auf die Geschichte, da ich schon mehrere regionale Geschichten in teilweiser Mundart gelesen hatte und ich das jedes Mal sehr gelungen fand. Auch erwischt man so selten Bücher, die im Saarland spielen. Bei den Rezepten am Ende merkt man, dass doch jeder verschieden kocht. Ich kenne in meiner Gegend niemand, der Quark in „Mehlknepp“ macht. Ist aber mal ein Versuch wert, wie das Ganze dann mit Quark schmeckt. Werde ich mit Sicherheit ausprobieren.

Allerdings muss ich leider gestehen, dass ich von dem Inhalt des Romans total enttäuscht wurde. Trotz dem tiefsten Benehmens von Jupp, Eva’s Vater, wie Heinz Becker persönlich, wurde kein Dialekt im Buch benutzt. Wenn die Geschichte sich um eine grund-saarländische Familie handelt und die Personen Hochdeutsch reden, mag das vielleicht besser lesbar sein, aber absolut unpassend. Dazu kommt, dass Eva mit ihrem Run auf Männer ziemlich peinlich erscheint. Auf Sandro hätte ich gut und gerne verzichten können. Eva’s Eltern hätten mit ihrem Benehmen und Vorstellungen vor 50 Jahren leben können. Also, ich lebe seit der Geburt im Dorf, aber keiner hier benimmt sich so, wie die beiden. Nein, leider war das Buch gar nichts für mich. Mag es vielleicht sein, dass ich selbst Saarländerin bin, ich weiß es nicht. Gelächelt habe ich am Anfang an der ein oder anderen Stelle, aber im Großen und Ganzen war ich alles andere als begeistert, leider.


2 / 5 Sterne


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