Samstag, 24. April 2021

 Rezension zu „Mente Alienari“

 

Hernal, ein Vorort Wiens 1683. Es ist eine unruhige Zeit. Die Osmanen dringen immer weiter nach Wien vor und die Vororte sind der Gefahr, von Überfällen ausgesetzt.

 

In dieser Zeit wird der normale Wachmann Florentinus Moser zum Hauptmann befördert. Er soll für die Sicherheit von Hernal und seinen Einwohnern sorgen.

 

Die Sache ist nicht so einfach, wie man denkt. Die reichen Herrschaften haben etwas Besseres zu tun, als ihre Arbeiter zum Wachdienst abzustellen. Sie sind eher dabei, ihr Hab und Gut zusammen zu packen und nach Wien zu flüchten.

 

Auch sind der Gemeinderatsvorsteher David Brandel und der örtliche Pfarrer Lukas Gruber nicht gerade zufrieden mit dem Hauptmann Moser. Viel zu ernst nimmt er seine Aufgaben. Vor allen Dingen, als Toni Steiner, der Sohn der Wirtin, tot aufgefunden wird.

 

Moser bittet den von der Gilde ausgeschlossenen Bader Alois Wolf um Hilfe in der Sache. Da es seltsam ist, dass der starke Steiner-Sohn so einfach ermordet werden konnte.

 

Und so beginnt das Unheil seinen Lauf.

 

„Mente Alienari“ ist ein historischer Krimi aus der Feder der Autorin Monika Grasl.

 

Die Autorin versteht es außerordentlich gut, die Zeit um 1683 darzustellen. Es ist der Anfang des Großen Türkenkriegs und so wird die Szenerie auch gut dargestellt. Am Anfang sind die Osmanen noch eher eine weit entfernte Erscheinung, die im Laufe der Geschichte immer bedrohlicher näher rückt.

 

Die Figuren Moser und Wolf haben mir gut gefallen. Beide haben ihre Ecken und Kanten und kommen mit der Obrigkeit nicht wirklich klar. Dafür müssen es auch beide auf ihre Weise am Ende, bzw. am Anfang ausbaden.

 

Es wird auch klar aufgezeigt, was sich die Herren mit Geld oder Kirche im Rücken alles leisten können, wofür das gemeine Volk bluten und leiden muss. Und wieder muss ich mich fragen, warum die heilige Kirche so viel Zuspruch bekommt. Gut, früher war halt, wer nicht für sie ist, ist des Satans. Kann sich sozusagen auch gleich selbst verbrennen.

 

Gerade der Pfarrer ist wieder ein Paradebeispiel. Sonntags wird heilig von der Kanzel gepredigt und anschließend den Huren gefrönt.

 

Die Story um den Tod von Toni Steiner hat mir gut gefallen. Es war jetzt nicht so dermaßen eine Mordermittlung, wie in so manch anderen historischen Krimis. Aber gerade das fand ich genau richtig. Was will auch schon ein Wachmann, der zum Hauptmann befördert wurde, groß ermitteln? Da kann man froh sein, dass er überhaupt darüber nachdenkt, nachfragt und nicht alles so hinnimmt, wie es auf den ersten Blick aussieht.

 

Den Ausgang des Buches fand ich etwas schade, passte aber ins Gesamtbild und des Lebens in dieser Zeit. Daher gibt es für mich an dem Buch nichts zu meckern. Vielleicht den Titel, den ich mir irgendwie schlecht merken konnte. Ich kann auch kein Latein und fand zwischen dem Titel und Inhalt auch keinen Zusammenhang. Der Fuchs hatte auch nicht wirklich etwas mit der Story zu tun, da er nur zweimal kurz auftauchte und keine Rolle spielte. Trotzdem gibt es von mir volle Sternezahl.

 

5 / 5 Sterne

 


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